Demotipps in Kurzform

An diejenigen unter euch, die vielleicht noch nicht so oft auf Demonstrationen / Aktionen usw. unterwegs waren: Erstmal finden wir es sehr cool, dass ihr vorhabt zu kommen. Wir haben hier in aller Kürze ein paar grundlegende Tipps, die man beherzigen sollte.

Vor der Demo und der Aktion dran denken:
Bildet Bezugsgruppen, bewegt euch nur zusammen, reist nicht allein zur Demo.
Findet einen Konsens, was für eure Gruppe geht und was nicht. Überfordert und gefährdet eure Gruppe nicht.
Nimm deinen gültigen Personalausweis, Pass, Visum und Aufenthaltspapiere mit.
Nimm Kleingeld mit.
Nimm Krankenkassenkarte bzw. -schein für den Fall einer medizinische Behandlung mit.
Nimm für dich selbst notwendige Medikamente für zumindest 48h mit.
Schreibe dir die aktuelle EA-Nummer, falls vorhanden, auf.
Nimm etwas zu schreiben mit.
Besorg dir im Vorfeld eine Demo- oder Aktionskarte, falls vorhanden.
Miste deine Klamotten aus: nimm nur das mit, was du wirklich auf der Demo brauchst!
Zur Information: das Mitnehmen und Tragen von Gegenständen, die den Körper vor Gewalt schützen (Helme, Protektoren, etc.), die als Waffen und zur Vermummung dienen könnten, ist verboten. Sei also vorsichtig!
Drogen und Alkohol haben bei Demos nichts zu suchen; sie mitzunehmen und zu konsumieren gefährdet dich und andere!
Fotos, Kalender, Adress- und Telefonverzeichnisse zu Hause lassen.
Alle sensiblen Daten im Handy unbedingt löschen oder das Smartphone gleich ganz zu Hause lassen.
Auf Kontaktlinsen, Fettcremes, Make-Up, Schmuck und ähnliches verzichten.

Auf der Demo und bei der Aktion dran denken

Überlege dir, worüber du auf der Demo sprichst; unter den TeilnehmerInnen sind oft auch Zivilpolizisten.
Keine Foto- und Videoaufnahmen von Personen und Aktionen machen.
Nicht alleine auf Demos gehen; auch auf dem Hin- und Rückweg zusammen bleiben!
Wenn die Polizei Leute mitnimmt: Name, Geburtsdatum, Meldeort notieren und an den EA melden.

Wenn du mitgenommen werden solltest

Den Umstehenden Name, Geburtsdatum, Meldeort zurufen.
Sage der Polizei nicht mehr von dir als: Name, Meldeadresse, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit.
Keine Aussage machen! Es ist dein Recht zu schweigen. Bei der Polizei, im Gefangenentransporter und in der Zelle ist nicht die Zeit und der Ort zu reden! Damit belastest du entweder dich oder andere!
Unterschreibe nichts!
Verlange von der Polizei den Grund deiner Festnahme.
Versuche den EA anzurufen und ihn über deinen und den Verbleib anderer zu informieren. Auch dort über nichts anderes sprechen.
Bei erkennungsdienstlicher Behandlung (ED = Fotos, Fingerabdrücke, Gewicht, Körpermerkmale, etc.) und/oder Entnahme einer DNA-Probe lege Widerspruch ein und lasse diesen protokollieren. Nichts unterschreiben!
Spätestens am Ende des folgenden Tages musst du freigelassen oder einer Richterin bzw.einem Richter vorgeführt werden.
Wenn du vor eine Richterin oder einen Richter geführt wirst, bestehe auf einem Anwalt oder einer Anwältin. Der EA kann dir Anwältinnen und Anwälte vermitteln. Nimm Dein Recht zu schweigen auch vor einer Richterin oder einem Richter wahr: Keine Aussage machen!

Nach der Freilassung
Melde dich sofort beim EA. Auch wenn du dich vorher nicht dort gemeldet hast, hat das vielleicht jemand anderes getan.